HAMBURGER KNABENCHOR AUF ZEITREISE IN DIE ANTIKE

Reisebericht über unsere Italienreise 2009 – von Babette Radtke

39 Sänger bewegten sich fünf Tage lang zwischen Antike, Naturgewalten und drei bravourösen Konzerten in Italien. Mit Kraft, Disziplin und Begeisterung gelang ihnen der Spagat zwischen Stadtbesichtigung und Chorarbeit.

In der evangelischen Christuskirche in Rom stellten sie ihr abwechslungsreiches Repertoire – Bernsteins anspruchsvolle Chichester Psalms, Bach und Mozart, Gospels und das Hallelujah von Händel – einem aufmerksamen Publikum vor. Der Unterstufenchor der deutschen Schule lieh dem Knabenchor bei einigen Stücken seine Stimmen, was zu einer wohlklingenden Einheit wuchs.

Zum Sightseeing gehörten viele Höhepunkte Roms: die Knaben waren überwältigt von der gigantischen „Kirche aller Kirchen“, dem Petersdom, und von den riesigen Arkaden, die den Petersplatz wie zwei Arme umfassen. Sie gruselte die Vorstellung, wie im Kolosseum einst Gladiatoren um ihr Leben kämpften und waren beeindruckt von den vielen Denkmälern. Als ein „erhebendes Gefühl“ bezeichneten sie ihren Chorauftritt im Pantheon, dem ältesten Kuppelgebäude der Welt! Hier war im Umgang mit der Akustik große Professionalität gefordert, denn das Pantheon wurde ja nicht als Konzert-, sondern als Gebetshaus gebaut. Aber die Jungs ließen sich von den Unwegsamkeiten nicht erschüttern und ernteten verdienten Applaus!

Von Rom ging es nach Neapel, einer in jeder Beziehung „brodelnden“ Stadt; zum einen köcheln hier die Phlegräischen Schwefelfelder, zum anderen bewegt sich auch der Straßenverkehr nahe am Siedepunkt. Umso größer war der Kontrast, mitten in dem neapolitanischen Verkehrskessel mit ohrenbetäubenden Hupkonzerten in der ergreifenden Ruhe der Capella del Tesoro di San Gennaro im Dom von Neapel aufzutreten. Und welche Flexibilität der Knaben gehörte dazu, umzuschwenken vom Lärm der Großstadt hin zu einem disziplinierten Chorauftritt! Sie sangen aufmerksam, versiert, gefühlvoll und mit der nötigen Energie und Kraft, die das Repertoire von ihnen verlangte.

Die Besichtigung des Vesuvs und von Pompeji füllten am letzten Tag noch vorhandene Bildungslücken und komplettierten die gewaltigen Bilder dieser Chorreise.

 

 

KNABENCHOR ITALIENISCH HAMBURG – ROM – NEAPEL

Chorreise im Oktober 2009 – von Rosemarie Pritzkat

 

Voller Erwartung startete der Knabenchor 2009 nach Rom. Gleich am ersten Abend in Rom gaben Knaben und Männer in der evangelischen Christuskirche ein Konzert und wurden vom Chor der deutschen Schule herzlich empfangen.

Wir sangen im Kreuzgang des Petersdoms und bestaunten seine Riesenschätze. Am Trevi-Brunnen erzählten Münzen von Wünschen und Geheimnissen. Wir erlebten eine Stadtführung, waren immer wieder fasziniert von der Ewigen Stadt! In der überfüllten Metro bewährte sich unser Patensystem – eine Männerstimme/Betreuer für zwei Knaben. Ein Konzert im Pantheon hatte uns Mercedes-Benz Rom vermittelt, mit einer Einladung zu einem zünftigen Dachterrassen-Essen und kleinen Geschenken für die Jungs.

Nach diesen Tagen in Rom schien keine Steigerung möglich – doch sie kam: Vorbei an den vulkanischen Schwefelfeldern ging es zur sorrentinischen Steilküste, wo wir in einem kleinen Hotel wohnten. Untergebracht mit lauten Hotelgästen, mussten wir aufgrund Schlafmangels um unser abschließendes Konzert im Dom von Neapel fast fürchten. Doch leichte italienische Art siegte über deutsche Besorgnis: Alles ging gut! Wir waren auf Plakaten angekündigt, sogar aus Rom
reisten uns Menschen nach und bestaunten unsere Mozart und Bernstein singenden Bambini.

Nun freuten wir uns noch auf den Besuch des Vesuvs in 1.300 m kalter Höhe und von Pompeji im Tal. Unter die Haut ging die schwelende  Gefahr des Vulkans, der täglich kleine Erdbeben erlebt und dessen Ausbruch einst Pompeji verschüttete. Die Geschichte erfüllte uns mit Ehrfurcht vor dem Leben und der so weit entwickelten Antike. Am Ende der Reise nahm jeder die Einmaligkeit von Rom und Neapel mit, die Konzerte an heiligen Stätten, die Pracht des Vatikans, den Stolz der Italiener auf ihre Geschichte, die Erinnerung an schmackhafte Pizza und das große Glück, so etwas in einem phantastischen Miteinander erleben zu dürfen. Eltern, Förderern und Betreuern sei Dank für diese unglaubliche Reise!

 

UNSERE CHORREISE NACH ITALIEN

Ein Reisebericht von Tom Henry Roßbach

 

Am Montag, 12.10.09, haben wir uns schon um 6.30 Uhr am Flughafen getroffen. Wir haben den Eltern zum Abschied den Irischen Reisesegen vorgesungen. In der Kontrolle ging alles glatt, außer dass ich eine Schere dabei hatte. Zum Glück war Frau Timm noch da und hat sie für mich aufbewahrt!

Wir hatten das große Glück, dass wir immer als Erste einsteigen durften, weil wir eine Kindergruppe waren. Ein Bus holte uns in Rom ab. Wir wohnten im Kloster. Am Abend hatten wir ein Konzert in der Deutschen Gemeinde. Wir haben mit italienischen Kindern gesungen, die deutsch sprachen. Während des Konzertes war ein Gewitter und in einem Nachbarhaus ist sogar eine Fensterscheibe zersprungen. Die italienische Feuerwehr war auch im Einsatz und in der Pause zwischen zwei Liedern kam dann ein „Tatütata!“. Wir mussten alle lachen. Die Nacht im Kloster haben alle ruhig geschlafen und ich hatte ein sehr gutes Zimmer.

Am nächsten Tag sind wir nach einem schlechten Frühstück mit der Metro zum Petersplatz gefahren. Ein Stückchen mussten wir trotzdem noch laufen. Dann haben wir eine Führung durch den Petersdom in Englisch bekommen. Ich habe nicht alles verstanden. Max hatte ein Schweizer Taschenmesser dabei, was er verstecken musste, weil er so nicht in den Petersdom reinkam. Als wir aus dem Petersdom rauskamen, war das Messer weg!

Am Abend hatten wir ein Konzert im Pantheon. In der Pantheon-Kuppel ist ein Loch, durch das es durchregnen kann. Zum Glück hat es nicht geregnet! Trotzdem hat man den Windzug gespürt! Ich fand, dass wir trotz der Luft noch ganz gut gesungen haben. Das Fernsehen war auch dabei. Cool fand ich, dass ein Mann aufgepasst hat, dass kein Besucher ein Foto von unserem Chor machen durfte. Anschließend wurden wir zu McDonald‘s eingeladen! Bevor wir da auf der Dachterrasse gegessen haben, sind wir zum Trevi-Brunnen gegangen. Der Brunnen war so schön! Die Cheeseburger haben nicht so gut geschmeckt, weil dort noch nicht einmal Käse drauf lag! Am nächsten Tag mussten wir früh aufstehen, weil wir ins Kolosseum fuhren. Danach hatten wir eine lange, aber tolle Stadtführung. Mit dem Führer sind wir auch durch Straßen gegangen, die wir alleine nie gefunden hätten! Der Stadtführer hat uns zu einer Eisdiele geführt, die leckeres Eis hatte und rosa war!

Am Donnerstag sind wir dann mit dem Bus nach Neapel gefahren. Mittags kamen wir bei den Schwefelfeldern an. Es stank so ekelig und ich habe mir den Fuß an einem sehr heißen Dampf verbrannt, der aus der Erde kam! Dann sangen wir im Dom von Neapel. Die Kapelle sah toll aus und das Konzert hat Spaß gemacht. Danach gingen wir zu Fuß durch Neapel in eine Pizzeria. Dort gab es eine Pommes-Pizza, die keiner mochte! Danach fuhren wir ins Hotel. Die Zimmer waren nicht so toll wie im Kloster. Ich hatte Glück, dass ich mit den gleichen Jungs wieder auf einem Zimmer sein durfte wie im Kloster. Am Abend feierten die Männer den Geburtstag von Jakob!

Freitag sind wir auf den Vesuv geklettert. Es war total kalt, aber sehr interessant! Manche Kinder haben sich einen Lavastein von einem Ausbruch mitgenommen. Die Führerin hat uns gesagt, dass der Vesuv einer der gefährlichsten Vulkane auf der ganzen Welt ist, weil er bald wieder ausbrechen kann. Anschließend sind wir nach Pompeji gefahren.

Dort waren die Zebrastreifen ganz anders als heute: Sie wurden aus großen Steinen gebaut, wo ein Wagen gerade mit seinen Rädern durchfahren konnte. In den Häusern und Tempeln waren noch ganz alte Bilder. Ein großes Mosaikbild aus einem Krieg und ein kleines Amphitheater haben wir auch gesehen. An jeder Kreuzung war ein Wirtshaus. Die Stadt war 1.700 Jahre überschüttet. Dann hat man sie ausgegraben! Man hat auch sehr viele tote Menschen und ein Tier
gefunden, die man aus Gips gezeigt hat.
Am Samstag sind wir dann nach München geflogen. Dort mussten wir 3 Stunden warten. In München durften wir uns noch etwas kaufen. Wir haben alle Quartett gespielt. Endlich durften wir auf dem Rückflug alle Cola trinken! In Hamburg haben unsere Eltern gewartet und wir sangen alle „Viva, viva, la musica“!
Es war eine tolle Reise und ich bin froh, dass ich als 9-Jähriger dabei sein durfte!

By | 2017-02-22T00:16:27+00:00 25. März 2009|Categories: Archiv, Berichte, Reisen|Tags: , , , , |0 Comments