Sängerknaben im Chormarathon

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Sängerknaben im Chormarathon

Nicht nur das Jahr an sich, auch das Kirchenjahr hat seinen Rhythmus, in den sich auch alle musikalischen Höhepunkte einfügen. Doch die veranstaltungsreichste Zeit ist ohne Zweifel das Ende des kalendarischen bzw. der Beginn des kirchlichen Jahres!

So auch für den Knabenchor, der 2013 zwischen dem ersten Advent und Heiligabend fast an jedem zweiten Tag auftrat – zehn Termine in 24 Tagen! Er sang traditionelle Gottesdienste, himmlische Konzerte mit wunderbaren u.a. neuen Weihnachtsliedern kombiniert mit amüsanten bis nachdenklichen von Wanja Mues interpretierten Texten, Freude spendende Auftritte in Altenheimen sowie auf zehn Stationen des UKE-Herzzentrums – und mit dem klassischen Weihnachtsoratorium „frohlockten“ Soprane, Altisten, Tenöre und Bässe sogar gleich zweimal: am 7. Dezember brillierten sie in St. Nikolai und am Tag darauf gaben sie ein Benefizkonzert unter ungewohnten Bedingungen im Foyer des UKE. Im Rahmen der Konzertreihe „Musik-Mensch-Medizin“ wurde das ‚WO’ des Knabenchores in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater für Patienten, Angehörige, Mitarbeiter und Freunde des UKE eine Premiere für das Krankenhaus. Für Patienten, die ihr Krankenbett nicht verlassen konnten, wurde das Konzert ins Zimmer übertragen.

In beeindruckenden Zahlen ausgedrückt, heißt dies:

Die 10- bis 22-Jährigen Sänger haben allein in den drei Adventswochen rund 12 Stunden ‚normale’ Proben absolviert, 18 Stunden Sonder-, Haupt- und Generalproben, und sie standen ca. 20 Stunden auf dem Konzertpodest. Kurz: sie widmeten vor Weihnachten 50 Stunden ihrer Zeit dem Gesang und gaben ihrer Leidenschaft großen Raum. Nebenher schrieben sie Klassenarbeiten und Klausuren, nahmen an schulischen Weihnachtskonzerten teil, besuchten Vorlesungen an der Uni, widmeten sich Weihnachtsvorbereitungen und ließen auch die Vorfreude nicht zu kurz kommen…

Besonders imponierend ist der Anteil der 10- und 11-Jährigen im Chor. Diesen Nachwuchssängern, die noch nicht über eine langjährige Konzertroutine verfügen, gebührt besonders großer Respekt. Sie lernten schnell Noten und Texte (manchmal auch in fremder Sprache), brachten die nötige Disziplin auf, fanden dank ihrer Eltern die zeitlichen Lücken für die Chorarbeit und orientierten sich an den ‚Großen’. So war der Knabenchor auch in diesem Jahr Garant für bewährte Qualität, er war ganz der ‚alte’ – und doch war er irgendwie ‚neu’…‚ runderneuert’ sozusagen.

Das Jahr 2014 beginnt für die Jungen musikalisch am 5. April mit der Johannes-Passion. Außerdem wird der Knabenchor wieder den Karfreitag, die Matthäuspassion der Kantorei, die Osternacht, etliche Gottesdienste und zwei Konfirmationen begleiten. Im Herbst unternimmt er eine Konzertreise zu den Grazer Kapellknaben, denen er kurze Zeit später in Hamburg Gastgeber sein wird. Beide Chöre werden gemeinsam sowohl in Österreich als auch in Hamburg das Mozart-Requiem singen. Ein großes Klangerlebnis ist zu erwarten – und eine vielversprechende Begegnung junger Menschen!

Babette Radtke, 13.1.14

 

By | 2014-06-03T10:12:28+00:00 1. April 2014|Categories: 2014, Berichte|Tags: , , , , , , |0 Comments